
Länderindex22.08.2002: Erst seit einem Monat ist der North Luangwa Nationalpark auch für selbstreisende Besucher geöffnet - vorher war der Besuch nur über zwei Safariunternehmen möglich. Wir ergreifen natürlich die Gelegenheit und durchqueren den wilden Park, in dem seit 1991 die Frankfurter Zoologische Gesellschaft ein "Conservation Project" unterstützt. Leider mussten wir feststellen, dass Tagesbesucher nur in dem dicht bewachsenen Ostteil des Parks zugelassen sind und nicht in der Gegend um den Mwaleshi-Fluß. Dieser Teil - in dem die meisten Tiere zu sehen sind - bleibt den Safariunternehmen vorbehalten. Für uns heißt das: kaum Tiere zu sehen (die wenigen Zebras und Impalas waren sehr scheu) und am Ende eine abenteuerliche Durchfahrt des Luangwa-Flusses: Wie wir später erfahren haben ist die neue Furt - deren Benutzung uns angewiesen wurde - nur für Lastwagen gedacht. Glücklicherweise hat auch unser Gefährt die drei lange Durchfahrt durch einen Meter tiefes Flusswasser geschafft, ohne mit einem Flusspferd oder Krokodil zusammenzustoßen. Die lagen nämlich links und rechts im Wasser! |
19.08.2002: Auf einem Abstecher in die Bangweulu-Sümpfe machen wir Bekanntschaft mit den schwarzen Lechwe-Antilopen. Sie fühlen sich hier auf der riesigen Ebene - auf der nach der Regenzeit lange das Wasser steht - anscheinend sehr wohl. Außer ihnen sehen wir zwischen dem Hohen Schilf das die Landschaft prägt, noch ein paar Fischer vom Volk der Bisa, die hier nach der Regenzeit die Fische am zurück-in-den-See-schwimmen hindern. "Bangweulu" bedeutet soviel wie "wo das Wasser den Himmel trifft" wurde dem nördlich gelegenen See gegeben, der in der Regenzeit eine Fläche von 11.600 km² bedeckt. Die sich vor allem im Süden anschließenden Sumpfgebiete erstrecken sich noch über weitere 15.000 km² und schaffen damit einen riesigen Lebensraum, in dem über 200 Vogelarten und viele Antilopenarten und andere Tiere heute relativ ungestört leben können. |
17.08.2002: Nach der Hektik der Großstadt genießen wir im Kasanka Nationalpark wieder Ruhe pur. Nachdem in dem Park jahrelang gewildert wurde, steht er nun seit ein paar Jahren unter privatem Management, was dem Wildbestand sichtlich guttut. Wir sitzen den ganzen Nachmittag im Fibwe Hide und beobachten Sitatunga, Pukus und viele Vögel. Der 390 km² "kleine" Nationalpark beherbergt zwar viele Tiere (Elefanten, Sumpfantilopen, Pukus, Wasserböcke, Riedböcke, und einige andere), diese sind aber wegen der Wilderei sehr scheu. Rund um die acht im Park liegenden kleine Seen herum haben wir - mit genügend Geduld - aber doch einige Gelegenheiten, die Tierchen zu erspähen. |
15.08.2002: Wir mischen uns unter Stadtbevölkerung Lusaka und besuchen auch deren beliebte Tagesausflugsziele in der Umgebung: Im Süden gibt es den Zoo Munda Wanga der außer zwei Bengalischen Tigern hauptsächlich Tiere aus Zambia zu zeigen hat, wie zum Beispiel Strauße oder die Lichtenstein-Kuhantilope oder verliebte Buschschweine. Kalimba ist eine Reptilienfarm im Norden, in der wir giftige Schlangen und große Krokodile ganz aus der Nähe betrachten. |
12.08.2002: Heute ist Lusaka angesagt. Die Hauptstadt Zambias, in der etwa 1 bis 1,5 Millionen Menschen leben (80% davon in "Notquartieren" am Stadtrand) beherbergt etwa 10% der Landesbevölkerung. Sie ist eindeutiges Zentrum des Landes - verwaltungstechnisch wie industriell und wirtschaftlich. 1905 wurde hier eine Bahnstation gegründet, katholische Missionare und die ersten Geschäfte folgten etwa 1908, ab 1910 gab es eine eigene "Stadt-"verwaltung. 1929 lebten hier 282 Europäer und 1596 Afrikaner. Der ehemalige Charme der Stadt (sie erhielt den Beinamen "The Garden City" und wurde 1960 noch von Queen Elizabeth wegen ihres Stils gewürdigt) ist heute leider verflogen. Der chaotische Verkehr und die Industrie bringen deutlich sichtbar die Umweltverschmutzung mit sich, das Stadtzentrum ist laut und überfüllt und die Kriminalität ist erschreckend hoch. |
09.08.2002: Wir genießen zwei Tage den Kariba-Stausee. Zwar wollen die Fische nicht anbeißen, aber wir müssen trotzdem nicht verhungern - zum glück gibt's Sardinen auch in der Dose!
Der Bau des Stausees war schon 1956 ein umstrittenes Projekt. 57 tausend Menschen - die meisten von ihnen vom Volksstamm der Tonga - wurden damals zwangsweise umgesiedelt. Auch die reiche Tierwelt des damaligen Zambezi-Tals wurde durch das aufgestaute Wasser verdrängt - und dabei wurden tausende von Tieren zuerst auf neu entstehenden Inseln zusammengedrängt und mussten schließlich, als auch diese überflutet wurden, hilflos ertrinken. Der Bau der 617 m breiten und 128 m hohen Staumauer kostete in drei Jahren 125 Millionen US$ und 86 Menschenleben. In der Hitze der Zambezi-Schlucht (Temperaturen von 50°C waren nicht selten) und der dort stark auftretenden Tsetse-Fliegen war das Bauwerk in dem bis dahin noch kaum zugänglichen Gebiet eine technische Meisterleistung, die bis heute noch beide Anliegerstaaten - Zambia und Zimbabwe - mit mehr Strom versorgt als sie selbst verbrauchen. |
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